Tauchsafaris - Tipps für Ihre Tauchsafari

1. Sicherheit

1.1. Safarischiff

Sporttauchen ist heute so sicher, wie nie zuvor. Safarischiffe sind in der Regel gut ausgestattet und auch für Eventualitäten gerüstet. (Dass alle Regeln Ausnahmen kennen, zeigt dieser Artikel des Spiegel.) Besonders in Ägypten wird auf einen hohen Sicherheitsstandard geachtet. Wer eine Tauchsafari in Ägypten bucht, sollte vor allem darauf achten, dass sein Schiff über das Ortungssystem ENOS verfügt, das gerade bei Tauchgängen in strömungsreichem Wasser für das Plus an Sicherheit sorgt. Es ist auch nie verkehrt im Vorfeld ein paar Informationen zum Safariboot über Suchmaschinen zu sammeln.

1.2. Gesundheit

In Ägypten wird die Vorlage eines tauchärztlichen Gesundheitsattestes (Tauchtauglichkeitsuntersuchung) verlangt. Achtung: Das Attest in in Deutschland für 3 Jahre gültig - in Ägypten aber nur für 1 Jahr! Wenn Ihre letzte Tauchtauglichkeitsuntersuchung älter als 1 Jahr ist, aber noch nicht älter als 3 Jahre, stempeln Ihnen die meisten Tauchmediziner das Attest schnell umsonst ab. Ohne Tauchtauglichkeitsuntersuchung keine Tauchsafari in Ägypten!

Übernehmen Sie sich nicht! Auf den meisten Safaritouren werden vier Tauchgänge pro Tag angeboten. (In einigen Nationalparks sind Nachttauchgänge allerdings verboten - da taucht man nur 3 mal pro Tag.) Niemand muss alle Tauchgänge mitmachen!

Trinken, trinken, trinken! Nach jedem Tauchgang sollte man mindestens eine kleine Flasche Wasser (0,3 l) trinken. Neben der Dehydrierung durch das Tauchen kommt bei Tauchsafaris in Ägypten auch noch die starke Sonneneinstrahlung hinzu.

Warm und trocken halten! Gerade auf Safaris im Frühling oder im Winter unterschätzt man gerne den kühlen Wind und die Abendkälte. Wer Abends mit feuchten Haaren und freiem Oberkörper sein Dekobier genießt, bekommt dann gerne am Folgetag die Rechnung präsentiert: Schnupfen oder verstopfte Nebenhölen. Wenn der Druckausgleich nicht mehr klappt, wird aus der spannendsten Tauchsafari eine öde Kreuzfahrt.

2. Ausrüstung

Machen Sie sich frühzeitig Gedanken darüber, was Sie an Ausrüstung mitnehmen wollen. Grundsätzlich lässt sich mit etwas Vorlauf alles vor Ort mieten. Achtung: Tauchcomputer sind teuer in der Miete, aber günstig in der Anschaffung! (Der Suunto Zoop kostet knapp €190.-, einen gebrauchten Gecko bekommt man noch günstiger.) Wer gerne leicht reist, kann sich z.B. auf die ABC-Ausrüstung und den Tauchcomputer beschränken und den Rest mieten!

Die Wahl des Tauchanzugs (Welches Neopren für Ägypten?)

Die Wahl des Tauchanzuges sollte man der Jahreszeit, der Konstitution und der geplanten Anzahl der Tauchgänge pro Tag anpassen. Badehosentauchern dürfte es auch außerhalb der besten Reisezeit schnell zu kalt werden. In den Sommermonaten sind 5mm Neopren im Roten Meer ausreichend, während es bis zum im Mai durchaus noch der 7mm Anzug inkl. Eisweste und Tauchhaube sein darf. Wer viermal am Tag ins Wasser will, sollte gut gegen Auskühlung vorbeugen!

Ich tauche in Ägypten das ganze Jahr über mit einem 7mm Tauchanzug und einer dünnen Weste mit Haube darunter. Im März reicht mir das gerade so...

Ausrüstung warten lassen

Checken Sie Ihre Ausrüstung frühzeitig! Nichts ist ärgerlicher, als wenn einem ein modriger Atemregler, ein Riss im Anzug, morsche Brillengummis oder die leere Batterie im Tauchcomputer den Urlaub vermiesen. Achten Sie bei ihren technischen Gerätschaften auf den Wartungsintervall und denken Sie daran, dass die Serviceabteilungen insbesondere in der Hauptreisezeit viel zu tun haben.

Ausrüstung an Bord

Denken Sie daran, Ihre Ausrüstung gut sichtbar zu markieren. Im Eifer des Gefechts taucht man sonst schon mal mit der Dioptrinangepassten Taucherbrille des Box-Nachbarn oder mit dem falschen Bleigurt, fremden UW-Kameras oder fremden Flossen. Ein gut sichtbares "MEINS!"-Signal hilft Verwechslungen zu vermeiden.

Reinigen Sie Ihre Ausrüstung nach Anleitung! Insbesondere nach dem letzten Tauchgang des Tages sollte man hier etwas sorgfältiger sein. Wenn Sie nicht mehr sicher sind, welche Teile wie und wie oft zu reinigen sind, fragen Sie die Guides - die wissen das.

3. Gepäck: Weniger ist mehr

Wer auf Tauchsafari in Ägypten geht, muss sich nicht viele Gedanken um die richtige Kleidung machen. Auf Safarischiffen geht es leger zu. Man trägt T-Shirt und kurze Hose. Schuhe werden direkt nach der Ankunft "konfisziert", daher ist es ratsam Sandalen und/oder dicke Socken mitzunehmen falls es kalt wird. Sonnencreme und (auch im Sommer) eine Wollmütze gegen Ohrenschmerzen sind Pflicht! Ein Softshell ist hilfreich, wenn es Abends (November bis April) frisch wird. Was alles ins Gepäck gehört verrät die Packliste.

4. Mittel gegen Seekrankheit

Wer zur Seekrankheit neigt, wird um entsprechende Medikamente nicht herumkommen. Dabei sind die in Deutschland erhältlichen Präparate bei Tauchguides geradezu verpöhnt, weil sie angeblich müde und unkonzentriert machen.
Tipp: Auf der Fahrt zum Tauchschiff um einen kurzen Stopp an der nächsten Apotheke bitten. In Ägypten kosten wirklich hervorragende Tabletten gegen Seekrankheit (viele Guides empfehlen Stugeron) gerade einmal 1 Euro - pro Packung!

5. Auf dem Flug

Wer billig fliegt, bezahlt das oft teuer mit Schnupfen oder Ohrenschmerzen wenn er in der Nähe der Klimaanlagen sitzt. Auf Tauchsafari ein Alptraum, denn mit dem Tauchen ist dann erst mal Essig. Bei vielen schäbigen Fluganbietern (in der Regel die günstigsten Angebote im Online-Preisvergleich!) zahlt man übrigens nicht nur für Essen und Trinken extra, sondern auch für Kopfhörer (Bordprogramm) und Decken. Daher unbedingt genug Fressalien und Getränke (erst nach der Handgepäckkontrolle kaufen!) mit an Bord nehmen. Ich habe auch immer meine Wollmütze und einen großen Paschminaschal als Notdecke dabei.

6. Alkohol und Tauchen

Alkohol ist auf den Tauchschiffen im Roten Meer in der Regel NICHT inklusive. Aktuell liegen die Preise bei etwa € 2,50 für eine 0,3l Dose. Wichtig ist: Das Deko-Bier wirklich erst NACH DEM LETZTEN TAUCHGANG des Tages. Aufmerksame Diveguides lassen einen schon nach einem einzigen Bier nicht mehr ins Wasser.

Wer sparen möchte, kann seinen Alkohol nach Ägypten importieren. Pro Person ist 1 Liter Alkohol erlaubt. Die Kontrollen am Flughafen in Hurghada sind allerdings meist recht lax. Wir hatten auch mit mehreren Flaschen Wein und Spirituosen bislang noch nie ein Problem.

7. Trinkgeld

Ägypten steckt in der Krise. Die politischen Wirren der letzten Jahre haben den Tourismus in weiten Teilen des Landes zum erliegen gebracht. Das hat die Situation der Bootsbesatzungen deutlich verschlechtert. Man ahnt kaum, wie schlecht (deutsche wie ägyptische wie thailändische) Diveguides bezahlt werden. Die einzigen, die noch mieser für ihre Arbeit entlohnt werden, ist die einheimische Crew. Daher sollte man von Anfang an ein anständiges Trinkgeld einplanen. Ist auch gut fürs Karma ;)

Tipp: Auf einer einwöchigen Tauchsafari im März 2015 haben wir pro Person € 50.- für die Crew und € 30.- für die Guides hinterlassen. Bei 10 Tagen wären das ca. € 75.- und € 45.-.