Daedalus Riff im Roten Meer

Das Daedalus Riff (arab. Abu Kizan) liegt im Roten Meer, östlich von Marsa Alam. Es reicht bis kurz unterhalb der Wasseroberfläche und fällt nach allen Seiten schnell steil ab. Das Daedalus Reef ist, wie die Brother Islands, für seinen weithin sichtbaren Leuchturm bekannt. Da die Anfahrt von Land mehrere Stunden dauert, ist Daedalus nur im Rahmen einer Tauchsafari sinnvoll zu betauchen.

Der Leuchtturm wurde 1863 von Barbier, Benard & Turenne erbaut und ist heute militärisches Sperrgebiet. Offiziel darf er nicht betreten werden. Die Tourveranstalter müssen sich im Vorfeld schriftlich verpflichten, keine Gäste zum Leuchtturm zu bringen! Aber wer freundlich fragt, wird meist nicht abgewiesen, zumal die Soldaten (wie an den Brother Islands) bedruckte T-Shirts verkaufen - ein tolles Souvenir für Sammler!

Leuchtturm am Deadalus RiffPlakette von 1863 am LeuchtturmSafarischiffe am Daedalus Riff im Roten Meer

Das Tauchgebiet Daedalus ist für seinen Reichtum an Großfisch bekannt. Duch die exponierte Lage auf hoher See, lassen sich hier häufig große Schulen von Haien (White-Tips, Graue Riffhaie, Hammerhaie, Fuchshaie) und Rochen antreffen. Legendär ist auch der gewaltige Napoleon an der Westseite. Besonderes "Hailight" sind allerdings die Hammerhaie, die man hier an einem guten Tag zu Dutzenden antreffen kann. So einen Tauchgang vergisst man nie!

Video Hammerhaie am Daedalus Reef von divelogs.

Ob man etwas zu sehen bekommt, ist freilich Glückssache. Irgendwo ist immer Großfisch am Riff - nur wo? Hammerhaie haben es lieber schattig. Entsprechend findet man sie oft auf der sonnenabgewandten Seite - also Vormittags im Westen, Nachmittags im Osten.

Nicht für Anfänger geeignet

Tauchen am Deadlus Reef ist nicht unbedingt anfängerfreundlich. Das Riff fällt steil bis auf 600 Meter ab - da gibt es nicht viel Fläche für sehenswertes im flachen Wasser.

In der Regel werden hier zwei Arten von Tauchgängen durchgeführt: Schnelle (Drifts) oder tiefe. Die Tauchgänge werden meist vom Zodiac aus durchgeführt und es kann hohe Wellen haben. Damit man nicht auf's Riffdach gespült wird, sollte man zügiges Abtauchen beherrschen: raus aus dem Boot, sofort abtauchen und Treffen auf fünf Metern Tiefe. Hierzu wiederum darf man keine Probleme mit dem Druckausgleich haben.Wer Sorgen hat, dass er nicht schnell genug runter kommt, sollte dies mit dem Zodiac-Fahrer im Vorfeld klären, damit dieser noch 1 oder 2 Minuten vor Ort bleibt und nicht sofort zurück zum Safarischiff fährt.

Die Tauchgänge führen hier meist zu den Putzerstationen auf 30 bis 40 Metern Tiefe. Man sollte also keine Probleme mit Haien, Tiefe oder zu hohem Luftverbrauch haben.  Zuletzt gibt es auch noch gelegentliche starke Strömungen, die tolle Drifttauchgänge erlauben - aber auch ordentliche Verdriftungen möglich machen. Eine eigene Boje, sowie der sichere Umgang damit, sind absolute Pflicht! Ein Taucher, besser zwei pro Gruppe (möglichst die, mit der geringsten Erfahrung) sollten auch ein ENOS Notfallgerät mit sich führen - und wissen, wie man damit umgeht. Außerdem sollte man im Vorfeld auch noch mal die Verhaltensweisen beim Verlieren des Partners durchgehen. (1 Minute suchen, dann Aufstieg mit allen Sicherheitsstopps.) Beim Auftauchen gilt dann, wie beim Abtauchen: an der Oberfläche fern vom Riffdach halten. Am besten taucht ihr während des Sicherheitsstopps 20 Meter weg vom Riff - sonst können Euch die Jungs mit den Zodiacs nämlich auch nicht mehr holen!

Fazit: Tauchen am Daedalus (wie an allen Hochseeriffen) ist eine Herausforderung. In der Regel ist es ein großer Spaß für große Mädels und Jungs - und manchmal ein bisschen ruppig. Wer sich zu unsicher fühlt, ist auf einer Tauchsafari für Anfänger, bzw. in milderen Gegenden besser aufgehoben.

Nachttauchen verboten

Leider sind im Nationalpark Nachttauchgänge nicht erlaubt. Wegen der abgeschiedenen Lage und der teilweise heftigen Strömung (die tolle Drifttauchgänge ermöglicht), sind Nachttauchgänge am Daedalus Riff verboten.

GPS Position: 24° 55.701' N, 35° 51.708' E